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Rosa Jochmann (1901-1994)

Rosa Jochmann (1901-1994)

Rosa Jochmann, geboren 1901, war eine österreichische Widerstandskämpferin und sozialdemokratische Politikerin.

Sie wuchs in Simmering auf und begann nach dem frühen Tod ihrer Mutter als Fabrikarbeiterin für den Lebensunterhalt zu sorgen. Motiviert durch das politische Engagement ihres Vaters in der Sozialdemokratie nahm sie bereits in jungen Jahren an Versammlungen und Demonstrationen teil. 1920 wurde sie Betriebsrätin, später Sekretärin der Gewerkschaft des Chemischen Verbandes.

Als nach den Februarkämpfen 1934 das Parteiverbot der Sozialdemokratie in Kraft trat, engagierte sie sich in der illegalen Nachfolgeorganisation "Revolutionäre Sozialisten Österreichs" und vertrat dort den Parteivorstand. Sie bekam den Decknamen Josefine Drechsler und konnte so ihre politische Arbeit fortsetzen. Allerdings wurde sie im August 1934 verhaftet und zu mehr als einem Jahr Kerker verurteilt.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde Rosa Jochmann erneut festgenommen. Man versuchte sie zur Emigration zu zwingen, die sie jedoch verweigerte. Sie begann in einem jüdischen Textilgeschäft in Wien zu arbeiten. 1939 wurde Jochmann wieder festgenommen und nach monatelanger Gestapohaft ins KZ Ravensbrück deportiert.

Nach der Befreiung 1945 nahm sie ihre politischen Tätigkeiten in der SPÖ wiederum auf. Sie war bis 1967 Mitglied des Parteivorstandes und Nationalratsabgeordnete. Ihr letzter großer Auftritt fand beim Lichtermeer 1993 statt, bei dem sie sich Rednerin gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit stark machte. Rosa Jochmann verstarb 1994 in Wien.

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