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Leo Kuhn (1908-2004)

Leo Kuhn (1908-2004)

Leo Kuhn, geboren 1908, war Widerstandskämpfer gegen das nationalsozialistische Regime.

Als kleiner Junge übersiedelte er mit seiner Familie von Graz nach Wien, wo er die Realschule besuchte. Er interessierte sich schon im jungen Alter für das politische Geschehen. Das große Problem der weit-verbreiteten Armut während dem 1. Weltkrieg, spornt Leo Kuhn dazu an, politisch aktiv zu werden: er tritt den roten Falken sowie der sozialdemokratischen Jungfront bei, wobei er sehr ambitioniert tätig war.

Als er im Zuge der Februarkämpfe 1934 verhaftet wurde, schloss er sich den im Untergrund aktiven Widerstandkämpfern an. Mit dem Anschluss Österreich ans Deutsche Reich intensivierten sie ihre Aktivitäten: sie verbreiteten Flugblätter und forderten die Wiederherstellung Österreichs.

1938 wurde die Gruppe entlarvt. Kuhn wurde im Gestapo-Hauptquartier am Morzinplatz inhaftiert. Nachdem er die grausamen Verhöre überlebt hatte, wurde er mit einigen Gesinnungsgenossen nach Berlin überstellt, wo vor einem Volksgericht über ihr Schicksal entschieden werden sollte. Kuhn bekam 8 Jahre Zuchthaus auferlegt, die er in Stein an der Donau absitzen musste.

Wegen der immer größer werdenden Nachfrage an kriegswichtigen Produktionen wurde Leo Kuhn mit einigen anderen Häftlingen nach Moosbierbaum an der Donau in ein Arbeitslager überstellt, wo er sich bei der Organisation einer politisch-geheimen Zelle beteiligte.
Nach einem dortigen gescheiterten Ausbruchsversuch 1945 wurde Kuhn erneut von der Gestapo aufgeschnappt und anschließend ins KZ Mauthausen überliefert, aus dem er nicht zurückkommen sollte. Gemeinsam mit der Widerstandsgruppe des Lagers unter der Leitung von Hans Maršálek und Ludwig Soswinsky gelang es ihnen, Leo Kuhns Tod vorzutäuschen, wobei er von da an die Identität eines verstorbenen Häftlings annahm, um überleben zu können. Mit dieser Identität wurde er schließlich nach Ebensee überstellt, wo er 1945 von den Alliierten befreit wurde.

Obwohl die grauenhaften Taten der Nationalsozialisten deutliche Spuren an Leo Kuhn hinterließen, hatte er sich nach einiger Zeit dazu entschlossen, Begleitungen für Jugendliche im KZ-Mauthausen anzubieten, wobei er ihnen von den schlimmen Erfahrungen aus seiner Zeit im Lager berichtete.

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