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Jura Soyfer (1912-1939)

Jura Soyfer (1912-1939)

Jura Soyfer war ein österreichischer Dramatiker und Dichter, der sich gegen Faschismus und Nationalsozialismus stark machte. Sein literarisches Schaffen ist eng mit seinem politischen Engagement verknüpft. Soyfer zählt zu den bedeutendsten österreichischen Schriftstellern des Widerstandes. Er starb 1939 im KZ Buchenwald.

Soyfer wurde 1912 als Sohn einer jüdischen Industriellenfamilie in der Ukraine geboren. 1920 flüchtete er mit seiner Familie über Konstantinopel nach Wien. Er lernte rasch Deutsch und begann als Gymnasiast erste Gedichte zu verfassen.

Mit 15 Jahren wurde er Mitglied der sozialdemokratischen Jugendbewegung und des politischen Kabaretts der Sozialdemokraten. Er schrieb erstmals Texte für die Arbeiterzeitung.

Die Erlebnisse des Bürgerkrieges 1934 führten dazu, dass Soyfer sich der verbotenen kommunistischen Bewegung anschloss, die er als einzige Alternative zum Faschismus sah. Er engagierte sich in Folge im kommunistischen Widerstand indem er Flugblätter verfasste.

Trotz der Zensur durch das austrofaschistische Regime schrieb Soyfer zahlreiche Stücke für die Kleinkunstbühne sowie für Zeitungen und einen Roman.

1937 wird Soyfer erstmals verhaftet und wegen Hochverrats und anderen politischen Delikten für 4 Monate in der Rossauer Kaserne inhaftiert. Es folgt eine weitere Verhaftung kurze Zeit später.

Soyfer war ein deklarierter Gegner der Nationalsozialisten und ahnte die Gefahr, die durch den Anschluss Österreichs für ihn als Jude und politischer Schriftsteller bevorstand.  Daher unternahm er 1938 einen Fluchtversuch mit Skiern in die Schweiz. Er wurde jedoch an der Grenze verhaftet und ins KZ Dachau gebracht. Auch im KZ schaffte Soyfer es, weiter künstlerisch tätig zu sein und verfasste beispielsweise das "Dachau Lied".

Nach seiner Überstellung ins KZ Buchenwald erkrankte Soyfer an Thypus und verstarb wenige Tage nachdem seine Eltern Auswanderungspapiere nach Amerika für ihn organisiert hatten.

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