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Die Ausbildung

Die Ausbildung besteht aus drei Workshopmodulen, fünf Themenabenden, einem Praxisteil sowie Supervision. Zwischen den Modulen werden an die TeilnehmerInnen Aufgaben gestellt, die von ihnen in "Peergroups" erarbeitet werden.

Unter anderem haben folgende Themenabende im Rahmen der Ausbildung stattgefunden

"Die 21 verschiedenen Verbrechen des Nazismus"

mit dem KZ-Überlebenden Prof. Rudi Gelbard. Rudolf Gelbard wurde 1930 in Wien geboren und als Kind mit seinen jüdischen Eltern 1942 in das KZ Theresienstadt deportiert. Er überlebte die Internierung in Theresienstadt und setzt sich seit seiner Befreiung 1945 als Mitglied der Sozialdemokratischen Freiheitskämpfer für die Aufklärung von NS-Verbrechen ein. Er ist als Vortragender und Zeitzeuge in Schulen, auf Symposien und in Lehrveranstaltungen engagiert. Gelbard ist außerdem im GründerInnen-Beirat des Mauthausen Komitee Österreich und Vorstandsmitglied des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands (DÖW).

Der KZ-Überlebende Rudolf Gelbard berichtet im Themenabend über die 21 verschiedenen Verbrechen des Nazismus.

"Jihadismus und Politischer Islam"

mit Thomas Schmidinger. Thomas Schmidinger lehrt an der Universität Wien und der Fachhochschule Vorarlberg, ist Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft zur Förderung der Kurdologie und stellvertretender Obmann des "Netzwerk Sozialer Zusammenhalt", das für seine Deradikalisierungsarbeit 2015 den European Citizen Prize des Europäischen Parlamentes erhielt.

Der Jihadismus als die extremste Form des Politischen Islam wurde durch die wachsende Zahl europäischer Kämpfer im so genannten "Islamischen Staat" auch hierzulande zum Thema. Der Politikwissenschafter Thomas Schmidinger, der mit dem islamischen Religionspädagogen Moussa al-Hassan Diaw 2014 eine NGO zur Prävention und Deradikalisierung von JihadistInnen gegründet hat, wird über die Unterschiede zwischen Jihadismus und anderen Formen des (Politischen) Islam sprechen, die Entwicklung des IS und mögliche Präventions- und Deradikalisierungsmaßnahmen.

"Zeitzeugengespräch"

mit Richard Wadani. Richard Wadani ist ein österreichischer Deserteur der deutschen Wehrmacht und politischer Aktivist. Sein Engagement und das seines Personenkomitees Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz trugen beträchtlich zum Beschluss des Aufhebungs- und Rehabilitierungsgesetzes durch den Nationalrat am 21. Oktober 2009 bei, welches alle Opfer der NS-Militärjustiz rehabilitiert.

Richard Wadani berichtet über seine persönlichen Erfahrungen während der Zeit des Nationalsozialismus sowie sein politisches Engagement bis heute.

Praxiserfahrung

Nach Abschluss des dritten Workshops erarbeiten die TeilnehmerInnen schriftliche Rundgangskonzepte. Die mündliche Wissensüberprüfung findet im Rahmen der Proberundgänge statt. Die TeilnehmerInnen vermitteln im Zuge dieser Praxiseinheit alle vier Rundgänge an eine Gruppe. Um den TeilnehmerInnen die bestmögliche Praxiserfahrung zu gewährleisten, wurden von Februar bis März 2016 108 Rundgänge im Rahmen der Ausbildung mit mehr als 1.800 Jugendlichen durchgeführt wurden.

Am 6. Oktober 2016 wurden die 27 "denk mal wien" Vermittlerinnen und Vermittler, die seit 2015 Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) ausgebildet wurden, im Bundeskanzleramt zeritifiziert.

Staatssekretärin Mag.a Muna Duzdar, Master, Stadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny und MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi übergaben den erfolgreichen AbsolventInnen ihre Zertifikate.

Staatssekretärin Duzdar erinnerte in ihrer Eröffnungsrede an die Worte des kürzlich verstorbenen Zeitzeugen Max Mannheimer: "Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschehen ist. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon." "Die aktuelle Stimmung im Land macht dieses Zitat aktueller denn je. Wir glauben oft, Werte wie Demokratie, Freiheit und Solidarität seien in Stein gemeißelt. Doch das ist nicht so. Die Hemmschwelle verbaler und non-verbaler Gewalt sinkt. Projekte wie 'denk mal wien‘ sind ein wichtiger Baustein dafür, die Erinnerung wach zu halten und Bewusstseinsbildung  und Sensibilisierung zu betreiben", so Duzdar.

"Erinnerungskultur hat für die Stadt Wien einen großen Stellenwert. Zahlreiche Projekte, wie zuletzt das Deserteursdenkmal oder die aktuelle Umsetzung des Mahnmals am ehemaligen Aspernbahnhof, zeugen davon. Mit dem Programm 'denk mal wien' wird die Bedeutung dieser Projekte auch für ganz aktuelle gesellschaftliche Prozesse vermittelt, die insbesondere jungen Menschen den Zusammenhang zwischen Geschichte und Gegenwart zugänglich machen soll", so Stadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny.

"Wichtig ist uns bei unserer Vermittlungsarbeit, die Jugendlichen in ihrer heutigen Lebenswelt zu erreichen. In den 'denk mal wien' Rundgängen nutzen wir QR-Codes, Einbindung von Social Media und kurze, aussagekräftige ZeitzeugInnen-Interviews. Uns ist es wichtig, dass Jugendliche Österreichs Geschichte kennen und dadurch erkennen, wenn die Demokratie in unserem Land in Gefahr ist ", so Willi Mernyi, Vorsitzender Mauthausen Komitee Österreich.

UnterstützerInnen

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